Geschichte

Auszug aus der Vereinschronik:

Der „deutsch-völkische Turnverein Ternberg“ von 1927-1946:

11. Oktober 1927:
Nichtuntersagungsbescheid (nach Angaben der Sicherheitsdirektion in Linz) nach Antrag auf Gründung eines Turnvereines in Ternberg, unterschrieben von Dr. S. Mayr, Gemeindearzt, und H. Wallner.
1934:
1. Auflösung, Aufsichtsperson Förster Ehgartner; die Auflösung war nicht rechtskräftig, somit konnte das Turnen weitergeführt werden, war aber doch nicht recht in Schwung zu bringen.
1939:
Übergabe der Turngeräte an die Hitlerjugend
17. Mai 1946:
2. Auflösung, der Auflösungsbescheid wurde an Herrn Götzner, der nicht Obmann war, gerichtet.
2. August 1946:
Als Vermögensliquidator wird Bürgermeister J. Wallner bestimmt.
30. August 1948:
Die Bezirkshauptmannschaft Steyr verlangt Meldung des Vermögens durch den Bürgermeister J. Wallner, welcher einen Barren meldet und in Verwahrung nimmt.

Soweit die Angaben der Sicherheitsdirektion für Oberösterreich über das Vereinsgeschehen. Also 19 Jahre hatte der deutschvölkische Turnverein Ternberg Bestand.
Von 1927-1929 war Tbr. Dr. Sepp Mayr Obmann; er musste, gezwungen durch politischen Druck, Ternberg verlassen und ließ sich in Niederösterreich nieder. Tbr. Adolf Hettl, der als Turnwart seit der Gründung arbeitete, führte mit Obmann Wöhrer Josef und Schriftwart J. Unterhauser um 1930 die junge Turngemeinschaft. Panzhauser Wilhelm wurde Turnwart. Durch die erste Auflösung, bedingt durch den politischen Druck auf die nationale Turngemeinschaft kommt der Turnbetrieb nicht recht in Schwung. Ein Herbstturnen am 20. Weinmond 1935 ist noch nachweisbar.

Mit dem Turnverein Ternberg ist der Name des Gründers Dr. Sepp Mayr auf ewig verbunden. Er war Gemeindearzt in Ternberg und durch seine aufrechte Haltung bekannt. Es gelang ihm auf Anhieb bei der Gründungsversammlung dem damaligen Bezirksturnwart, Bezirkshauptmann Dr. Kaltenegger, 28 Turner und 26 Turnerinnen vorzustellen. Eine Turnstätte wurde durch das großzügige Entgegenkommen des Gastwirtes Alois Derfler, zur Verfügung gestellt und in der Folge auch ein anschließender Turnplatz. In gemeinsamer Arbeit wurde die Turnstätte mit geschenkten Geräten ausgestattet. Dr. Mayr war nicht nur Obmann, sondern auch Dietwart, der damals ebenso wichtig war wie jetzt, um echtes Jahnsches Turnen zu betreiben. Dr. Mayr verbrachte seine letzten Lebensjahre als praktischer Arzt in Innsbruck, wo Tbr. Dr. Richter samt Familie ihn und seine Frau, anlässlich des 3. Bundesturnfestes besuchte. Er starb, nachdem er 1973 Ehrenmitglied unseres Vereines geworden war, im Jahre 1975 in Innsbruck. Er wird uns stets Vorbild bleiben!
Von 1946 bis 1972 ruhte der Verein und der Turnbetrieb, also mehr als ein Vierteljahrhundert.

Die Wiedergründung des „Turnvereines Ternberg 1927“:

Da nicht festgestellt werden konnte, wer der letzte Vereinsobmann war, und der Auflösungsbescheid an Herrn Grötzner, Trattenbach, gerichtet war, hatte der Bescheid keine Rechtswirkung. Der Verein bestand also weiter. Da sich aber durch die unsichere politische Lage der Nachkriegszeit bedingt, kein Obmann fand, um eine neue satzungsändernde Versammlung einzuberufen, wurde im Laufe der Jahre der Verein aus dem Vereinsregister gestrichen. Also musste 1972 die Gründertruppe unter Führung von Tbr. Richter Adolf eine Wiedergründungsversammlung durchführen, die neue Satzungen nach dem Muster des österreichischen Turnerbundes vorlegte.

Die Gründungsversammlung wurde am 22. Jänner 1972 im Gasthof Derfler durchgeführt. Als Amtswalter wurden gewählt:
Obmann: Dr. Richter Adolf,
Obmannstellvertreter: Dipl.-Ing. Josef Graf,
Schriftwart: Fleischanderl Franziska,
Säckelwart: Frech Karl.

Da im Ort überhaupt keine Turnstätte vorhanden war, waren die Turner genötigt, als Gäste im Allg. Turnverein Steyr mehr als ein halbes Jahr lang zu turnen. Inzwischen war das Bemühen um eine Turnwiese und ein Turnerheim erfolgreich. Dr. Richter stellte sein Wohnhaus zum Teil zur Verfügung und den anschließenden Garten, wozu noch durch Pachtvertrag mit J. Prinz eine sich anschließende 2000 m² große Wiese kam. Am 26. Mai 1973 fand der erste Turnabend der Turnerinnen statt. Mit der Turnerjugend war noch vor Einrichtung der Turnwiese durch regelmäßige Heimstunden und Schwimmstunden (Hallenbad Kopf) durch Jugendwart Bernhard Schüßleder gearbeitet wurden. Am 9. Dezember 1973 fand nach 40 Jahren Pause die erste Julfeier im Gasthof Derfler statt. Als im Herbst 1974 die neue Turnhalle der Hauptschule Ternberg errichtet worden war, wurden durch das Entgegenkommen der Gemeinde und der Schulleitung Turnzeiten an zwei Abenden zur Verfügung gestellt und am 5. Oktober 1974 das Anturnen aller Abteilungen durchgeführt.
Bei dieser Gelegenheit als auch im Gemeinderat konnte der Dank für die Hilfe durch Gemeinderat und Obmann Dr. Richter den zuständigen Stellen ausgedrückt werden. Im Oktober 1975 wurde ein Volkstanzlehrgang für Anfänger durchgeführt. Bei der Julfeier 1976 konnte der selbstverfertigte Jugendwimpel der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Die Teilnahme der Turner und Turnerinnen als Mannschaft an den Wettkämpfen beim 7. Gauturnfest 1975 in Steyr und beim 5. Bundesturnfest 1976 in Salzburg, zeigte den Erfolg der gleichmäßigen turnerischen Arbeit. Derzeit ist der Mitgliederstand 180, davon 94 Jugendliche.
(Jahr 1977)